Pink Floyd Classic Open Air im Krongut Bornstedt

Rockklänge in historischer Kulisse

Ein Bericht von Thomas Moser

Potsdam, 7. August 2010

Das Fabulous Rock Philharmonic Orchestra präsentiert einzigartige Songs der britischen Rockband Pink Floyd auf den schönsten Open Air Bühnen Deutschlands. Das Krongut Bornstedt in Potsdam ist dann auch die perfekte Location für die sphärischen Klänge von Pink Floyd im satten klassischen Orchestersound.

Der Dirigent Michael Machee hat die musikalische Leitung des „Cross-over-Projektes“ zwischen zwei Extremen: „Es ist ein Konzert eines Sinfonieorchesters, mit allen seinen technischen und akustischen Möglichkeiten, auch wenn die Songs von Sängern gesungen werden und eine Rockgruppe Teil des Orchesters ist.“ Weiter erläutert Meister Machee: „Diese Verbindung bringt in vieler Hinsicht neue Energie sowie neue Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten mit.“

Mit „Sorrow“ wird schon im Auftakt ein erster Eindruck davon gegeben, dass die Original Rockklänge und das Klassikarrangement ein unzertrennliches Ganzes geworden ist. Souverän meistert Jerry Sova auch die schwierigeren Gitarrenläufe. Die klassische Gitarre und die Bratschen erzeugen im Dialog bei „Wish you where here“ einen zarten Schauer, der auf der Haut zu spüren ist. Wenn die Musik dann kraftvoller wird, hat der Zuhörer auch beim männlichen Vokalquartett Q VOX den Eindruck, dass die Sänger mit ihren klassisch ausgebildeten Stimmen viel Freude an den modernen Versionen haben. Ganz egal ist es dabei, ob die Sänger einzeln, zu zweit oder im Quartett ihre Stimmengewalt präsentieren.

Im gefühlvollen Klaviersound mit Saxofonbegleitung von Anton Mühlhansel fliegen bei „The great gig in the sky“ die Herzen der Zuschauer in den Himmel dieser herrlichen lauen Sommernacht. Tickend verrinnt die Zeit. Mit „Time“ und der Trommeleinlage des Schlagzeuges vergeht der Abend wie im Flug.

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Foto/Plakat: Lux.concerts.events GmbH & Co. KG

Selbst die technischen Schwierigkeiten mit dem Licht und dem totalen Tonausfall kurz vor der regulären Pause überbrückten die Künstler gekonnt. Als Entertainer macht Michael Machee, begleitet von einem Schlagzeugsolo, einen Kopfstand und schickt dann die Zuschauer in eine kurze Erfrischungspause. Mit Fanfarenklängen und rockigem Philharmonic-Orchestra-Sound wird der Superhit „Another brick in the wall“ noch vor der regulären Pause kraftvoll intoniert.

Unabhängig von den technischen Problemen, die aber den Sound zu keiner Zeit einschränkten, wird das angepriesene „spezielle Lichtkonzept mit dynamischen Farbverläufen“ sehr kritisch bewertet. Die Musiker sind durchaus ordentlich ins Licht gesetzt worden. Wenn aber die Scheinwerfer ansonsten vorwiegend die Decken- und Seitenwände beleuchten und den Hintergrund der Bühne langweilig weiß belassen, darf am Lichtkonzept und/oder der Umsetzung ein großes Fragezeichen angebracht werden.

Im historischen Hof des Krongutes fokussiert sich der Sound und entwickelt eine einzigartige Ohrwurmqualität. Besonders ist das Publikum begeistert, wenn die Klassiktöne nicht den rockigen Sound des Originals verdrängen. Hier darf man der Erwartung Ausdruck verleihen, dass beim Vorhaben für 2011 mit Rolling-Stones-Rhythmen ein wenig mehr der Rockursprung erhalten bleibt.

„When the tigers broke free“ bringt die erstklassige Orchesterleistung zur Geltung. Wunderbar intensiv zeigt auch Anton Mühlhansel an der Klarinette sein Können. Einen sensiblen Gitarrensound erzeugt Jerry Sova mit „Shine on you crazy diamond“. Dieser Song zeigt in besonders hervorragender Weise, wie Klassikmusik erstklassig mit Rockmusik zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen kann. Die Kombination von 44 Orchestermusikern, Bläser- und besonders Saxofonanteilen, gemixt mit tollen Stimmen, ist hier das Erfolgsrezept. Das Publikum ist begeistert und feiert das Werk mit tosendem Applaus.

Das bassbetonte Arrangement bei „Money“, mit den rockenden Kontrabassisten, dem Schlagzeug und der Posaune, ist an dieser Stelle auch noch besonders positiv als Höhepunkt hervorzuheben. „Money“ und das gesamte Konzert ist sein Geld wert!

Auch mit einigen speziell arrangierten Ohrwurm-Zugaben wird an diesem schönen Abend im stilvollen Krongut Bornstedt nicht gegeizt! Ein tolles Sommerkonzerterlebnis mit vielen glücklichen Besuchern!

ToM

 

Ergänzungen:

Zur Rockband Pink Floyd:

Die 1964 gegründete Band Pink Floyd hat mit ihrer Musik und der klanglichen und visuellen Gestaltung ihrer Platten und Bühnenauftritte einen unverwechselbaren und neuartigen Stil erschaffen. Der letzte gemeinsame Auftritt der Rocklegenden war mit David Gilmour, Nick Mason und dem 2008 verstorbenen Keyboarder Richard Wright im Jahre 2005.

Hinweis für das Krongut Bornstedt:

Auf dem Heimweg zum Parkplatz darf der Krongutbesucher sich in Pfadfindermanier den Weg durch das Dunkel der Grünanlage ertasten. Hier sollten die Krongut-Akteure doch eine technische Nachbesserung der Wegbeleuchtung in Erwägung ziehen.

Thomas Moser – BerLi-Press (www.berli-press.de)

Links:

http://www.krongut-bornstedt.de

http://www.luxevents.eu 

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