Marius Müller-Westernhagen begeistert in Berlin

Der „Pfefferminzprinz“ und das neue Album „Williamsburg“

Berlin, 21.10.2010 Marius Müller-Westernhagen ist mit seinem neuen Album „Williamsburg“ auf seiner „Live 2010“-Tour durch zehn große Hallen in Deutschland; nun ist er auch in seiner neuen Berliner Heimat. Im Oktober 2010 veranstaltet Marius Müller-Westernhagen nach fünf Jahren Tourpause, abgesehen von den vier Geburtstagskonzerten im letzten Jahr, endlich wieder auf eine ausgedehnte Arena-Tour.

In der so gut wie ausverkauften O2-World ist der Grand Senior der deutschen Rockmusik von der ersten Minute an voll präsent. Das Konzert begann pünktlich, nachdem die südafrikanische Vorgruppe „Isochronus“ für harte und bassbetonte Rockklänge gesorgt hat. Da wo sonst die Eisfläche ist, belagern die Fans stehend, klatschend und singend die große Bühne der Arena.

Mit „Jesus“ gelingt Marius Müller-Westernhagen ein guter Einstieg und „Es geht mir gut“ ist die Botschaft, mit der sich der Sänger musikalisch wieder hundertprozentig zurückmeldet. Das Haus ist begeistert und klatscht von Anfang an mit, wenn der Star mit seiner rauchigen Reibeisenstimme die Lieder intoniert.

Wenn man Marius von seinen ganz alten Shows vor 30 Jahren kennt, wie er die ganze Zeit über die Bühne sprang, mutet jetzt der Künstler in den ersten Minuten etwas divenhaft, wenn er leicht tänzelnd und mit lockeren Knien über die Bühne schreitet. Aber auch der junggebliebene Marius ist mit seinen Fans ein wenig ruhiger und älter geworden. Der leicht distanzierte Eindruck am Anfang verflüchtigt sich sehr schnell, wenn der Meister mit runder Sonnenbrille und dunklem Anzug sein Publikum immer wieder einbezieht. Dabei verbrüdert sich der Künstler nicht mit seinem Publikum, sondern nimmt es einfach nur ernst.

Westernhagen stellt aus seinem neuen Album „Williamsburg“ zum Beispiel „Schnauze voll“, „Typisch Du“ und „Schinderhannes“ vor und freut sich, wenn diese Songs von den Zuhörern angenommen werden. Bei „Hey, hey“ ist das Mitsingen der Fans eingeplant und unumgänglich. Zum neuen Album heißt es in der Ankündigung dann auch treffend: „Williamsburg“ ist das klassische Album eines klassischen Interpreten, es ist ein Album voller Blues und Soul, das swingt, ein Rock-Album, das Tango tanzt.

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Pressefoto von Marius Müller-Westernhagen: Bryan Adams

Der Songwriter Marius Müller-Westernhagen erzählt in seinen Liedern Geschichten und gibt Bekenntnisse ab: rau und einfühlsam, rockig oder im Bluessound. Bei „Lieben werd´ ich dich nie“ bringt Marius mit seiner Backgroundsängerin Della Miles musikalischen Sex pur auf die Bühne: „Tiere sind wir, ja, Tiere sind wir! Du stillst meine Gier, ich still deine Gier!“ Mit den Liedern „Schweigen ist feige, reden ist Gold“ oder „Die Welt brennt lichterloh“ gibt Müller-Westerhagen rockige Glaubensbekenntnisse ab.

Marius Müller-Westernhagen ist kein bisschen abgehoben oder arrogant. Ganz im Gegenteil. Man nimmt dem Künstler ab, wenn er von seiner neuen Wahlheimat Berlin erzählt, dass er sich vom ersten Tag an gut eingelebt hat und sich über das Konzert in seiner Stadt freut: „Für mich ist das erste Konzert in meiner neuen Heimatstadt etwas ganz Besonderes!“ Müller-Westernhagen fühlte sich in Berlin, nach 36 Jahren in Hamburg, sichtlich wohl!

Der Mann, der ab und an zur Mundharmonika greift, hat DIE perfekte Show geliefert! Die Videoshow im Hintergrund der Bühne und das Lichtkonzept ist ein Augenschmaus der Superlative. Die Band in ihrer internationalen Besetzung (Amerika, England und Neuss), mit der er auch in New York seine neue CD produziert hat, überzeugt ohne Wenn und Aber. Das fast zweieinhalbstündige Konzert war ein rundum stimmiges und erstklassiges Event. Der Aufbau des Programms war gelungen und auch die neuen Lieder kamen gut an. Das perfekt durchgestylte Konzert war sein Geld mehr als wert.

Der „Pfefferminz-Prinz“ beginnt mit einem blusigen Dialog von Gitarre und Gesang, einer besonderen Interpretation dieses Songs, und steigert sich dann mit Saxofonbegleitung zur bekannten Version. Da gab es im Saal kein halten mehr und die Menge tobte! Die beiden langen Zugabeteile waren harmonisch abgestimmt, so wurden neue Songs wie „Zwischen den Zeilen“ und auch bekannte Songs gespielt. Mit „Lichterloh“ und „Engel“ startete der zweite Zugabeteil einen Tick nachdenklicher und romantischer.

Als absolute Höhepunkte durften „Freiheit“ und in kleiner Bandbesetzung „Johnny Walker, du bist mein bester Freund“ nicht fehlen. Marius Müller-Westernhagen hat sich musikalisch bemerkenswert weiterentwickelt. Die Aussage von Westernhagen „Auch Rockmusik ist eine Kunstform“ kann man im Konzert gut nachspüren. Die Fans sind begeistert und die Kritiker dürften auch nicht viel zum Meckern finden!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

www.westernhagen.de

Isochronus: Bei einer Tour durch Kapstadts Musikszene entdeckte Marius Müller-Westernhagen die Band „Isochronous“, die ihn so begeisterte, dass er sie nach Europa holt: „Es sind fantastische Musiker mit wundervollen Kompositionen und Melodien.“

Della Miles singt auf der Tour die Background-Vocals. Nicht nur viele Westernhagen-Fans haben sich in ihre Stimme und Ausstrahlung verliebt, sondern auch MMW selbst, der ihr erstes eigenes Album produziert hat: Simple Days ist gerade erscheinen – 13 seelenvolle Songs für einen Goldenen Herbst.

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