If I Could Wrap Up A Kiss

Bericht von Bernhard Husch (LINK)

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Es scheint inzwischen bei Silje Nergaard wie in dem bekannten Sketch "Dinner for One" zu sein: Same procedure as last year. Fanden die Konzerte der Künstlerin bisher immer im Zweijahresabstand statt, so scheint es jetzt ein jährliches Wiedersehen zu geben.
Der Ort für das diesjährige Konzert war etwas ungewöhnlich: Die Passionskirche am Marheinekeplatz war noch nie Schauplatz von Silje Nergaards Konzerten. Das Ambiente durchaus angemessen für die thematische Überschrift "Norwegische Weihnacht", ein intimer Rahmen mit einer - wie sollte es auch anders in einer Kirche sein - steifen Sitzordnung (die Kirchenbänke sind auch nicht sehr bequem). 

 Silje singt im ersten Teil Songs von ihrem neuen Album "If I Could Wrap Up A Kiss". Auf ihrer Website kann man schon ein Kostpröbchen davon hören. Im ersten Moment hört es sich von der CD für den Rezensenten ziemlich kitschig mit den Streichern an. Im Konzert wird aber mit der inzwischen bewährten neuen Band gearbeitet und der Kitsch erscheint wie weggeblasen, weil die Instrumentierung eine andere ist.. Dem Gitarristen Björn Charles Dreyer fällt diesmal eine besondere Rolle zu: er darf viel Begleitung - auch allein - zu Siljes Songs spielen, er singt sogar mit ihr.Unterschiede zur Live-Darbietung gibt es auf der CD schon: So wird die Sängerin auf der CD beim Titelsong If I Could Wrap Up A Kiss von dem deutschen Swingstar Roger Cicero unterstützt; im Lied Det Var Ein Gong erscheint Sigvart Dagsland, ein norwegischer Popsänger, Komponist und Pianist.
 
Die Künstlerin bietet nicht nur eigenes Material dar. So singt sie unter anderem Paul McCartneys Wonderful Christmas Time und das Lied Have Yourself A Merry Little Christmas, das der Komponist Hugh Martin in den 40er Jahren für Judy Garland geschrieben hatte.
 
Die Passionskirche am Marheinekeplatz ist nicht der ideale Ort für  die Aufführung von Musik, selbst wenn sie im - wie in diesem Fall - eher kammermusikalisch dargeboten wird. Der Sound ist in dem halligen Kirchenschiff zu basslastig, sämtliche tiefen Frequenzen - auch die tieffrequenten Anteile menschlicher Stimmen - verdecken die hohen Frenquenzen. Darunter leidet auch die Verständlichkeit der Ansagen. Wer jedoch schon öfters in Konzerten von Silje Nergaard war (sie finden in Berlin ja immer um die Weihnachtszeit statt), der weiß schon, was sie erzählt: es ist zwar immer sehr unterhalrsam, aber bestimmt nichts Neues.
 
Nach ca. einer Stunde velassen die Sängerin und die Band die Bühne, nur Helge Lien bleibt allein am Flügel zurück und spielt eine Variation über Es ist ein Ros' entsprungen. Auch hier kann sich der Zuhörer an den schönen Läufen der rechten Hand des Pianisten erfreuen. Nach diesem kleinen Einschnitt geht es weiter mit dem gesamten Ensemble und Stücken aus vergangenen Alben. Am Ende kann das Publikum die Künstler noch zu einigen Zugaben überreden. Trotz der kritischen Akustik an diesem Abend ein gelungenes Konzert, das eine vorweihnachtliche Stimmung aufkommen ließ.
 

Sonderkonzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin

Bericht von Bernhard Husch (LINK)

Pünktlich zum Jahresausklang spielte das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung seines Chefdirigenten Marek Janowski in großer Besetzung die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit dem Schlusschor "Ode an die Freude". Das Konzerthaus Berlin war bis auf wenige Plätze besetzt. 

Mit dem Rundfunkchor Berlin (Choreinstudierung: Nicolas Fink) traten die Solisten Iris Vermillion (Alt), Heidi Stober (Sopran), Kwangchul Youn (Bass) und Torsten Kerl (Tenor) auf.
 
Beethoven führte seine 9. Sinfonie am 7. Mai 1824 am Kärtnertortheater in Wien zum ersten Mal auf. Das Werk wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Eigentlich war es eine Auftragskomposition der Philharmonic Society London - dort wurde die Sinfonie allerdings erst ein Jahr später  aufgeführt. Die Satzbezeichnungen sind: 
  1. Satz: Allegro ma non troppo – un poco maestoso – d-Moll
  2. Satz: Molto vivace – Presto – d-Moll
  3. Satz: Adagio molto e cantabile – Andante moderato – B-Dur
  4. Satz: Presto – Allegro assai – Andante maestoso - Allegro energico, sempre ben marcato – Allegro ma non tanto – Prestissimo – d-Moll/D-Dur

Janowski leitet sehr souverän, bestimmt und lebendig die Musiker an. Das relativ junge Orchester spielt mit Verve - allerdings erfordert das Instrumentalspiel auch einige Anstrengung (selbst die Bratschen haben ordentlich zu tun).

Besonders hervorzuheben sind die Leistungen der Solisten und des Chores: Es wird sehr akzentuiert und kraftvoll - aber nie nervend - gesungen. So  wünscht man sich eine 9. Sinfonie von Beethoven.

 

Gayle Tufts: Die perfekte Show mit Witz!

Der schwere Vorhang im Admiralspalast öffnet sich für Gayle Tufts und für „Everybody Showgirl“ nur noch bis zum Jahreswechsel 2010/11. Dann fällt der Vorhang für „The Happy New (Year) Edition“ zum letzten Mal. Das amerikanisch-deutsche Show-Comedy-Girl Gayle Tufts macht im neuen Jahr erst einmal Pause vom Showreisestress. Nach der Premiere am 18. Februar 2010 im Admiralspalast, schließt sich jetzt der Bogen wieder in Berlin.

Gayle Tufts ist bei ihrer Show weniger Girl, als ein temperamentvolles Vollweib im besten Sinne. Gerade 50 Jahre alt geworden, singt und tanzt die in Berlin wohnende Künstlerin, wie eine leichtfüßiges Musicaldarstellerin in einer aufwendig produzierten Show. Gayle Tufts, die auch die Autorin ihrer Texte ist, lässt den etwas angestaubten Admiralspalast im bunten Showlicht erglänzen.

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Seit 1991 lebt Tufts in Berlin. Ihr Markenzeichen ist die gebrochene deutsche Sprache mit jeder Menge amerikanischen Slang gemischt, viel Power, Schnelligkeit und Witz, Musik und Tanz ohne Ende: ein amerikanischer Vulkan in Berlin! Gayle Tufts beschreibt ihren Wechsel nach Berlin wie folgt: “Wenn Leute mich fragen, warum ich nach Deutschland gekommen bin, antworte ich meistens: ‘Zufall.’ Aber nach den Jahren glaube ich an keinen Zufall mehr, in the big, kosmische Sinn. Ich habe eine andere Antwort: Bier. Irgendwo, sehr tief in meinen Wurzeln, fließt Bier.“

Die Künstlerin Gayle Tufts und ihre erstklassige Band zaubert einen Hauch von Hollywood auf die Bühne. Zwei knackige junge Männer betanzen und besingen die Grand Dame der Deutsch-Amerikanischen-Komik. Tufts selbst tritt in den verschiedensten Glitzerkleidern auf. Mit viel (und guter) Stimme singt Gayle Tufts große Showsongs und philosophiert über Entertainer, Showgirls und -was für ein Schimpfwort- Alleinunterhalter. In einer kurzen Musicalsequenz zeichnet sie ihren Werdegang nach. Die Künstlerin erinnert an ihre großen Vorbilder Judy Garland, Liza Minnelli, Bette Midler und bringt damit die große Tradition unvergesslicher Broadway-Shows nach Deutschland. Mit Beyoncé, Robbie Williams und Eigenkompositionen kommt der Zeitgeist des 21.Jahrhunderts mit auf die Bühne. Gayle Tufts bietet immer grenzenlose Power mit gleichzeitiger Sensibilität. Bei ihrer Show herausgekommen sind zauberhafte Sounds und gekonnte Arrangements.

Gayle Tufts schafft es, selbst in Berlin, dass sich zum Finale alle Gäste von den Plätzen erheben: „Es ist Zeit zum Mitmachen!“ Als Berlin-Botschafterin der besonderen Art ist Gayle Tufts ein bärenstarker Typ. Ihre Botschaft für 2011: „Wir müssen netter zueinander und zu uns selbst sein!“.

Hervorzuheben sind noch einige der Showverantwortlichen: Thomas Hermanns als Co-Autor, ihr Stimmlehrer und Bandleader Prof. Michael Dixon, Bene Aperdannier am Klavier und Arrangements und Thomas Zaufke für Kompositionen.

Das künstlerische Multitalent Gayle Tafts hat wieder alle Zuschauer begeistert und ein Stück glücklicher gemacht!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

www.gayle-tufts.de

 

Roncalli Weihnachtscircus im Tempodrom: Verzauberte Zuschauer, Jung und Alt!

Berlin, 18. Dezember 2010 Der „Roncalli Weihnachtscircus“ gastiert zum 7. Mal im Berliner Tempodrom. Ein weihnachtliches Vergnügen der Spitzenklasse erwartet das staunende Publikum!

Der Schnee hat die ganze Stadt in eine winterliche Kulisse verändert. Schon, wenn man das Tempodrom aus der Ferne sieht, fühlt sich der Betrachter in eine weihnachtliche Zirkuswelt gebeamt. Die Konstruktion der Veranstaltungsstätte, einem riesigen Zelt nachempfunden, bietet für einen Zirkus einen einzigartigen Rahmen. Der Eingang am Tempodrom ist weihnachtlich im wunderbaren Roncalli-Stil geschmückt. Da stellt sich automatisch, schon vor Beginn der Vorstellung, ein besinnliches und ganz warmes Gefühl ein. Die zauberhafte Weihnachtswelt vom Zirkusdirektor Bernhard Paul will ein stimmungsvolles Fest für die ganz Familie sein: „Hier wird Groß und Klein, Jung und Alt, Locker und Steif zum Lachen und Staunen gebracht! Alle Berliner und Brandenburger sind dazu herzlich eingeladen.“

Und schon heißt es „Manege frei!“ Das siebenköpfige Roncalli-Royal-Orchestra unter der Leitung von Georg Pommer stimmt an und die Zeitmaschine der Illusion beginnt zu ticken. Die Musik unterstreicht den Zauber vom Zirkus. Mit dem Roncalli-Royal-Orchestra kann man musikalische Meisterleistungen erleben. Hier steht nicht die typische Zirkusmusik im Mittelpunkt. Internationale Weihnachtsmusik und Beatles-Klänge harmonieren in einer besonderen Weise.

Die bunte Kinder-Akrobaten-Truppe „Nikulin Dogs“ aus Moskau, in poppige Hundekostümen geschlüpft, erobert mit viel Temperament und Spielfreude die Herzen von Jung und Alt. In keinem Zirkus dieser Welt dürfen Clowns fehlen. Roncalli konnte für die Weihnachtsshow mit den „Les Rossyanns“ ein multi-musikalisches Clown-Duo verpflichten. Der Weißclown Yann und sein Bruder Hector dringen mit viel musikalischer Leichtigkeit sofort in die Herzen der Zuschauer. Die Clowns interpretieren Nabucco mit dem Blasebalg und Hector macht mit seiner Jacke Musik. Wunderbare Clownerie, nie platt, immer lustig, gefühlvoll und perfekt in der Darbietung!
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Foto: promo / "Les Rossyanns"
Beim russischen „Duo Bobrov“ am Vertikalseil stockt im Zirkuszelt den Zuschauern schon mal der Atem. Das Ehepaar hat als Motto für die Darbietung „Liebe ist unser Sicherheitsseil“ gewählt. Bei aller gefühlvollen Kunst von Vitaly und Oxana Brobov ist immer ein Knistern der Beiden zu spüren. Mit der Leichtigkeit einer zarten Schwerelosigkeit greift Tarzan seine Jane, die am Seil spektakuläre Pirouetten und Salti dreht. In der nächsten Sekunde lässt sich Vitaly metertief am Seil herunterfallen. Nicht ohne Grund haben diese beiden Ausnahmekünstler beim internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo den silbernen Clown bekommen und sind als erste nichtspanischen Künstler mit dem spanischen Kulturpreis ausgezeichnet worden.

Das „Duo Casselly“ vollführt auf zwei Pferden ein klassisches Pas de Deux, der Italiener Glen Nicolodi zeigt mit seinem flinken Jack Russel Terrier akrobatische Handstanddarbietungen und Seifenblasenkunststücke lassen das Manegenrund zum Märchen aus 1001-Nacht werden.

Der international tätige Clown und Pantomime René Bazinet lässt beim Publikum mit kleinen Gesten und einer hinreißenden Mimik kein Auge trocken. Die Körper von „Antoine & Aurore“ verschmelzen bei der Hand auf Hand-Akrobatik zu einer Einheit, in der anderen Sekunde stellen sie Bilder dar, die mit viel Anmut und Grazie gezeichnet werden.

Mit den russischen Schaukeln katapultieren sich die „Romashovs“ gegenseitig durch die Lüfte des Tempodrom. Atemberaubende, spannende Akrobatik mit schwierigen Salti! Die „Hebei-Troupe“ aus China kann in der weiblichen Besetzung auf Hochrädern gekonnt Suppenschüsseln balancieren und sich diese mit dem Fuß zuwerfen. Die Männer der Truppe nutzen Laufkugeln. Auf den Kugeln balancieren sie lange Stangen, an denen ihre Kollegen meisterliche Sprünge vollbringen.

Einer der Höhepunkte (obwohl alle Programmpunkte Höhepunkte sind) ist „Catwall Trampo“, die auf dem Trampolin und an der dahinterliegenden Kletterwand artistische Liebeswerbung vollführen. Zwei Männer kämpfen um die Gunst der Angebeteten. Sie springen auf dem Trampolin und dann laufen sie, wie „Spiderman“ als Fassadenkletterer, an der dahinterliegenden Wand leichtfüßig auf und ab. Ein gemeinsamer Salto zu Dritt beschließt ihr Programm. Ein buntes, aber auch ein sehr weihnachtliches, Finale folgt. Der Konfettiregen geht in eine „White Christmas“ über. Alle Zuschauer sind verzaubert von dieser weihnachtlichen Varietéveranstaltung.

Der „Roncalli Weihnachtscircus“ zeichnet sich durch viel Harmonie, Abwechslungsreichtum und eine außergewöhnliche Güte aus. Roncalli ist ein Gesamtkunstwerk der besonderen Klasse!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

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17. Dezember 2010 -2. Januar 2011 (verschiedene Zeiten)

 

 

Weihnachtsgefühle am Potsdamer Platz

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Eine Gruppe Jugendlicher bei einer unterhaltsamen Aktion gegen den "Konsumterror". Die Demonstration wurde nach kurzer Zeit vom Sicherheitsdienst aufgelöst.
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...der weihnachtliche Schmuck regt aber sicher zum Kauf an. Die Akaden waren wieder gut besucht.
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...und draußen gibt es auch schöne Kaufanregungen...

Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press

 
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