Jazzig, schrill und durchgeknallt: Helge Schneider

Helge Schneider auf Tournee in Berlin

Berlin-Mitte, 31. März 2011 Der Ausnahmemusiker Helge Schneider gastiert mal wieder für über drei Wochen im Berliner Admiralspalast, um sich damit seinen Jahresurlaub zu verdienen.

„Buxe voll!“ heißt das Programm und wie immer hat bei Helge Schneider der Titel gar nichts mit dem wirklichen Programm zu tun. „Buxe voll“ hätte auch gut „Hose leer“ heißen können. Das Programm ist immer „unberechenbar“. Sicher kann man nur sein, dass da wo „Helge“ draufsteht, auch wirklich „Helge Schneider“ drin ist. Das vorwiegend jüngere (oder sich so fühlende) Berlin-Premiere-Publikum ist bei Helge aus dem Häuschen.
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Die begleitenden Musiker sind alles Meister ihres Instrumentes, was man besonders bei den Soli bewundern kann. Mit von der Partie sind diesmal „Gitarreiro Sandro Giampietro“, der „gewiefte Willi Ketzer“ am Schlagzeug und der „unverbesserliche Rudi Contra Olbrich“ am Bass. Der bärtige Sergej Gleithman springt vereinzelt auf der Bühne rum und „Teekoch Bodo“, als Lakai des großen Meisters, darf Helge Schneider wieder während der ganzen Show bedienen. Seinen Tee trinkend, plaudert, labert und erzählt Helge, was ihm so gerade einfällt. So ist zumindest der Eindruck. Ohne diese Spontaneität scheint sich Helge Schneider nicht wirklich wohlzufühlen.

Musikalisch überzeugt Helge Schneider mit seiner Musik. Egal wie die Titel lauten und die Texte absurd und hintersinnig sind, die Musik ist einfach genial und ein kleines Kunstwerk…auch ohne „Katzenklo.“ Das Publikum weiß nie so richtig, ob es „verarscht“ wird oder ob es sich um Kunst handelt. Bei „Texas“ bearbeitet er mit vollem Körpereinsatz den Flügel und führt eigenwillig übertriebene Bewegungstänze auf. „100.000 rote Rosen“ wird als schnulziger Liebesong dahergeträllert. Mit schwarzem Anzug, der bekannten langen Haarpracht und einem roten Einstecktuch präsentiert der Meister seine Show. Manchmal fühlt man sich an einen Kindergeburtstag mit „Onkel Pelle“ erinnert. Helge besingt „Hast du eine Mutter, dann hast du immer Butter!“ und andere Absurditäten.
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Foto: Till Oellerking

Wie „Balu der Bär“ präsentiert der Musiker seinen neuen „gesellschaftskritischen“ Song vom Schönheitschirurgen. Das wundervolle Gitarren- und Schlagzeugsolo wird vom Contra-Baß und dem trompetenden Schneider abgelöst. Helge Schneider ist auf allen Instrumenten zu Hause und zeigt diese Lust an Musik auch auf der Bühne. In e-Moll stimmt Helge auf der Gitarre gefühlvoll „Impressionen“ an und bei „Devil go, Devil come“ zupft er eine spanische Musikeinlage, die dann wiederum in den „Baby-Born-Blues“ übergeht. Mit dem „Meisenmann“ singt sich Helge unauslöschlich in die Herzen der Fans.

Helge Schneider kämpft immer wieder mit dem Mikrofonkabel und ab und an fällt er wundervoll in ein Udo Lindenberg-Genuschel. Der Meister ist genial und „ga-ga“ zugleich; die Grenzen sind fließend. Seine Stimme setzt der Musiker stimmungsvoll ein. Der Künstler treibt die Absurdität auf der Bühne auf die Spitze. Das Multitalent ist halt eine Laberbacke mit einem krankheitswerten Musiker-Virus.

Helge Schneider ist großer Entertainer, genialer Musiker und Quatschkopf. Und immer sieht man bei dem großen Künstler seine Triebfeder: das „Kind im Manne.“

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)


Helge Schneider mit „BUXE VOLL“ noch bis zum 24.4.2011 im Admiralspalast

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