„Über Jungs“ - Mit GRIPS zum Grips

Berlin, 22. Mai 2012 Pubertärer Alarm im Theater! Da kann das GRIPS-Theater nicht weit sein, denn diese Bühne spielt besonders gerne für Kinder und Jugendliche.

Im GRIPS-Theater am Hansaplatz gab es für die Altersgruppe „14 +“ die Uraufführung des Theaterstücks „Über Jungs“. Wie es die Altersangabe richtig vermuten lässt, geht es im Wesentlichen um einige üble Auswüchse von Jungs, wenn sie im testosterongesteuertem Alter auf die schiefe Bahn kommen.

Vier ungenießbare Jungs, aus den unterschiedlichsten Milieus mit einem breiten Spektrum von Straftaten, treffen bei einem Koch-Anti-Aggressionstraining aufeinander. Die erfolgreiche Teilnahme bedeutet für die Jugendlichen die letzte Chance vor dem Knast.

Logo: GRIPS-Theater
Der zynische Staatsanwalt Aschenbach, souverän gespielt vom GRIPS-Urgestein Thomas Ahrens, hält gar nichts von dieser Kuschelpädagogik und sähe die Jugendlichen am Liebsten hinter Gittern. Thomas Ahrens spielt auch noch einen übergriffigen Vater. Zu bändigen hat das Ganze die Sterneköchin Christine Duvaldier, die diesen besonderen Kochkurs leitet. Die Köchin, dargestellt von der grandiosen Regine Seidler (übrigens auch die Darstellerin der Lehrerin Frau Müller im letzten Theaterstück über durchgeknallte Eltern), soll der Gruppe nicht nur das Schneiden von Gemüse und das Kochen beibringen, sondern hauptsächlich soziale Kompetenzen vermitteln. Jungs und Kochen, das wird von einigen Knaben nur als „unfassbar schwul“ bezeichnet.

Foto (v.lks.n.re: Roland Wolf, Regine Seidler, Robert Neumann, Jens Mondalski und Sebastian Achilles / GRIPS-Theater/Copyright: David Baltzer-bildbuehne.de
So ist dann auch beim Untertitel des Stückes „Bin ich Küche“ der Jugendsprache liebevoll aufs Maul geschaut worden. Wie man überhaupt sagen muss, ist das Theaterstück von David Gieselmann, dass im Dialog mit dem gesamten Ensemble und der Regisseurin Mina Salehpour entwickelt wurde, in seiner liebevollen Umsetzung ein Sympathiebeweis an die junge Generation. Die jugendlichen Zuschauer bei der Premiere fühlen sich angesprochen und applaudieren immer wieder über witzige Dialoge und den schauspielerischen Glanzleistungen der gesamten Theatercrew. Die Charaktere der machohaften Jugendlichen werden von den Schauspielern wundervoll, in einer teilweise derben Jugendsprache, herausgearbeitet.

Foto: Sebastian Achilles / GRIPS-Theater/Copyright: David Baltzer-bildbuehne.de
Die Knabengruppe wird dann am zweiten Tag unerwartet von einem aggressiven Mädchen „verstärkt“. Und es kommt, wie es kommen muss. Die Emotionen im Kochworkshop drohen außer Kontrolle zu geraten. Es geht immer noch darum, dass innerhalb von drei Tagen ein Menü gezaubert werden soll oder die Teilnehmer in den Knast müssen. Übrigens das Ende des Stückes sei hier nicht verraten, zumal es sich auch erst kurz vor der Premiere in einer Gemeinschaftsarbeit aller Mitwirkenden entwickelt hat. Aspekte von Youtube, Fernsehserien, Comics, Popsongs, Computerspielen und Werbespots wurden witzig und abwechslungsreich in das Stück integriert.

Es geht nicht um die großen Erkenntnisse dieser Welt, sondern letztlich nur um die kleinen wichtigen Schritte im Leben! Oder, um es mit den Worten der Köchin zu sagen: „Einfach nur mal eine Karotte zu schneiden!“

Trotz aller inhaltlichen Schwere ist „Unter Jungs“ eine leichtfüßige, niveauvolle und kurzweilige Unterhaltung…wie man es halt vom GRIPS-Theater gewohnt ist.

Thomas Moser - BerLi-Press

Besetzung „Über Jungs“: Sebastian Achilles, Thomas Ahrens, Jens Mondalsiki, Robert Neumann, Nina Reithmeier, Regine Seidler, Roland Wolf

www.grips-theater.de

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