Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

1. Der Häftlingsfreikauf aus der DDR 1962/63–1989.- BUCHVORSTELLUNG UND PODIUMSDISKUSSION

Termin: Do, 10. April 2014 19:00 Uhr

Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66/80, 12277 Berlin

Jan Philipp Wölbern legt erstmals eine quellenfundierte Gesamtdarstellung zur Geschichte des Hälftlingsfreikaufs vor. Von 1963 bis 1989 kaufte die Bundesregierung über 33.000 politische Häftlinge aus DDR-Gefängnissen frei. Im Gegenzug erhielt das SED-Regime Waren im Wert von rund drei Milliarden DM.

Begrüßung: Dr. Maria Nooke, Leiterin der Erinnerungsstätte und stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer

Das Podiumsgespräch mit dem Autor Dr. Jan Philipp Wölbern (Historiker am ZZF Potsdam) und dem Zeitzeugen Karl Alich (Rechtsanwalt aus Berlin) wird moderiert von Dr. Helge Heidemeyer (Leiter der Abteilung Bildung und Forschung beim BStU und Vorsitzender des Fördervereins der Erinnerungsstätte).

Der Eintritt ist frei.

2. "Nepomuck und Bärlihupf: Fluchtgeschichten für Kinder (9 - 13 Jahre)" Kostenlose Kinderführung

Termin: So, 27. April 2014 Start 14:00 Uhr

Ort: Erinnerun-der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen sind, haben zwei Kinder auf ihrem Weg in den Westen begleitet und können von den damaligen Ereignissen erzählen. In der Ausstellung lassen sich viele weitere Objekte und Geschichten entdecken, anhand derer die Kinder den Lebenswegen von Flüchtlingen nachspüren können.

Dauer: 1 Stunde. Der Eintritt ist frei.

Um Anmeldung wird gebeten: Tel: 030 / 75 00 84 00 oder per E-Mail an info-enm@stiftung-berliner-mauer.de

Weitere Termine 2014 jeweils um 14:00 Uhr: 25.05.2014, 15.06.2014, 06.07.2014, 24.08.2014, 21.09.2014, 12.10.2014, 16.11.2014, 14.12.

 

 Der Lügenbaron*

von Eric Assous deutsch von Dieter Hallervorden

Regie: Thomas Schendel Bühne & Kostüm: Stephan von Wedel

Mit Désirée Nick, Birge Funke, Isabelle Redfern, Marko Pustišek und Harald Effenberg

Bernard und Philippe sind die besten Freunde der Welt!

Bernard hat alles: Er ist gutaussehend, reich, intelligent und sympathisch, verheiratet, und sein Sohn ist aus dem Gröbsten heraus. So zumindest scheint es zu sein – aber die Realität ist etwas differenzierter: Bernard ist auch egoistisch, ein Macho vor dem Herrn, konsequent untreu, ein pathologischer Lügner und Draufgänger. Sein bester Freund Philippe ist nett, großzügig und vor allem ehrlich. Doch sein größter Fehler ist, dass er nie Nein sagen kann – vor allem nicht Bernard gegenüber.

Foto DERDEHMEL-Urbschat

An Bernards bisher ungetrübtem Ehehimmel ziehen Wolken auf: Seine blutjunge Geliebte Soraya ‚zickt’ – und droht, Bernards Affäre auffliegen zu lassen. Natürlich soll Bernards Frau nichts von Soraya wissen, und so fordert Bernard seinen besten Freund Philippe auf, ihn zu decken. Notgedrungen willigt Philippe ein und gerät in eine immer ausweglosere Situation. Denn Bernard nutzt Philippe aus bis zum Letzten. Schließlich sind beste Freunde ja genau dazu da, oder?

*Das Stück wurde auf der Jahres-Pressekonferenz im August 2013 mit dem Arbeitstitel „Mein bester Freund“ angekündigt

Voraufführungen: 3. & 4. April 2014 Premiere/deutschsprachige Erstaufführung: 5. April 2014 weitere Vorstellungen: 06.-07.04.14 / 24.-30.04.14 / 02.-11.06.14

 

Abschied von Otfried Laur

Mit einem lachenden aber vor allem mit einem weinenden Auge nehme ich Abschied als Kulturveranstalter in Berlin. Zusammen mit meiner Frau Reni habe ich in den vergangenen vierzig Jahren tausende von Events in Berlin und Potsdam veranstaltet und arrangiert. Zunächst habe ich als Einzelfirma, später dann als GmbH und in den vergangenen beiden Jahren als Angestellter des Berliner Theaterclub e. V. agiert.

Mit einem Festkonzert am 27. April, 18 Uhr,mit der wunderbaren Sängerin Katharine Mehrling beende ich meine Tätigkeit als Konzertveranstalter.

1973 begann meine Konzerttätigkeit mit 24 Shows mit dem Berliner Musikkabarett Insterburg & Co. In der Kongreßhalle (heute Haus der Kulturen der Welt), der Philharmonie und der Urania. 1974 waren es bereits 48 Konzerte und so steigerte sich meine Tätigkeit bis zu 320 Veranstaltungen pro Jahr.

Der Erfolg sprach sich schnell in der Branche herum und so schenkten mir schon bald Künstler aller Sparten ihr Vertrauen. Insterburg & Co. blieben mir bis zur Auflösung treu, dazu kamen Stars des Schlagers (Vico Torriani, Karel Gott, Adamo, Roberto Blanco, Andy Borg, Freddy Quinn, Cindy und Bert, Heidi Brühl, Bruce Low, Stefanie Simon, Bert Beel u. a.), des Chansons

(Milva, Dalida, Gilbert Becaud, Gisela May, Ulrich Roski, Stephan Sulke, Melanie  u. a.), des Kabaretts (Werner Finck, Klaus Günther Neumann, Dieter Hildebrandt,  die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, das Zwinger Trio Dresden, Hans Dieter Hüsch, Hans Scheibner, Jürgen von Manger, Wolfgang Stumpf u. a.), der Volksmusik (Lustige Musikanten, Ernst Mosch, Maria Hellwig,  Heino, Musikantenstadl u. a.),

Die Stars gaben sich bei mir die Klinke in die Hand. Aber auch junge Künstler wurden von mir immer gefördert. So gaben Klaus Hoffmann, Hape Kerkeling, Max Raabe, Katja und Marielle Labeque, Herman van Veen u. a. ihre Debutkonzerte bei mir in Berlin. Jazzgrößen wie Chris Barber, Cicero, Lionel Hampton, Dave Brubeck, Semper House Band, Mr. Acker Bilk, Brownie Mc Ghee u. a. konzertierten regelmäßig bei mir in Berlin. 

Chorkonzerte mit jährlich wiederkehrenden Aufführungen mit den Wiener Sängerknaben, dem Johannischen Chor Berlin, den Wolga-Kosaken, dem Trientiner Bergsteigerchor, den Regensburger Domspatzen, dem Studio-Chor Berlin,  den Original Bolschoi Don Kosaken, den Stars of Faith, den Golden Gospel Singers, dem Berliner Kinderchor u. a. gehörten ebenso zu meinem Programm wie literarische Abende mit den unvergessenen Künstlern Martin Held, Günther Pfitzmann, Robert T. Odeman, Margo Lion, Will Quadflieg, Boleslaw Barlog, Curd Jürgens,  Ada Hecht, Walter Schmidinger, Peer Schmidt u. a.

Unvergessen das legendäre Konzert mit den Puhdys in der Philharmonie. Rockbands wie Decameron, The Teens, Randie Pie, Pell Mell, Karthago, The Rattles, Supercharge, Chubby Checker,  The Hollies, Birth Control, Steeleye Spen, Wednesday, u. a. sorgten für volle Häuser ebenso Show-Stars wie unsere geliebten Harald Juhnke, Helga Hahnemann, Peter Frankenfeld u. a.   Natürlich habe ich auch unendlich viele Theaterabende präsentiert mit Stars wie Gunther Philipp, Grit Boettcher, Edith Hancke und Klaus Sonnenschein, Ingrid van Bergen, Claus Wilcke, Marika Rökk, Doris Gallert, immer wieder Heidi Kabel, Otto Schenk, Beate Hasenau, Brigitte Mira, Horst Bollmann, Raimund Harmsdorf, Walter Giller, Anita Kupsch, Jürgen Scheller, Elke Sommer, Carlos Werner, Ingrid Steeger, Ilja Richter,  Horst Frank, Wolfgang Völz, Willy Millowitsch, Friedrich Schoenfelder,  Beppo Brem, Georg Thomalla, Walter Plathe, Heinz Schenk,  u. a.

Meine ganze Liebe gilt auch dem Ballett, so konnten Gastspiele mit dem Stuttgarter Ballett (Cranco’s „Onegin“ und „Giselle“), dem Ballett der Hamburger Staatsoper („Matthäus-Passion“), dem National Ballet of Canada (mit Peter Schaufuss), dem Moissejew Ballett Moskau, dem Tokio-Ballett, dem St. Petersburger Staatsballett u a. mein Publikum begeistern.

Und natürlich Folk-Gruppen ohne Ende: Mikis Theodorakis, Ougenweide, The Chieftains, The Barbados Steel Orchestra, Planxty, Stephan Grappelli, Peru Folklorico, Loyko, Godewind, Maria Serrano, The Fureys and Davey Arthur, Mercedes Sosa, Ronnie Drew, Fiesta de Espana, Festival do  Brasil,  Georges Moustaki, Alan Stevell, Nina Corti,  Los Magicos Paraguayos, Georghe Zamfir, The Boys oft the Lough, u. a. 

An sehr vielen Abenden war ich im ICC Berlin „zu Hause“, hier gab es viele Musical-Aufführungen  von  „Hair“, „West Side Story“, „Jesus Christ Superstar“, „Best of Musicals“ . Jedes Jahr im ICC auch „Schwanensee“,  „Der Nußknacker“, „Die Fledermaus“, „Der Zarewitsch“, „Land des Lächelns“ .

Nicht zu vergessen die vielen Klassik-Stars, die bei mir konzertiert haben:

Siegfried Behrend, Julian von Karolyi, Vivaldi-Ensemble Tokio, Jakob Gimpel, Frans Brüggen, Gustav Leonhardt, Annar Bylsma, Michael Ponti, Nikolaj Petrov, Cyprien Katsaris, Liana Isakadze, Eduard Gratsch, Jorge Bolet, Nicolai Gedda, das Jacques Loussier Trio, Andrzej Ratusinski, Boris Bloch, Robert Benz, Marie Laure Muller, Detlef Kraus, Pnina Salzman, Yossi Gutmann, Ratko Delorko, Krysztof Jablonsky, Mi-Joo Lee, Silke Thora Matthies, Vladimir Mogilevsky, Rolf Dieter Arens, Vladimir Stoupel, Peter Rösel, Igor und Valery Oistrach u. a.

Natürlich, zur Weihnachtszeit wurden von mir Grimm’s Märchen gespielt und das junge Publikum kam auch bei anderen Gastspielen nicht zu kurz!

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem umfangreichen Veranstaltungskalender, es folgt in Kürze „Laur’s Künstlerlexikon“ mit einer umfassenden Zusammenstellung meines Lebenswerkes.

An dieser Stelle Dank dem Publikum welches mir die Treue gehalten und mit den Eintrittsgeldern dieses Kulturangebot finanziert hat, vielen Dank an alle, die mich in den vergangenen Jahre unterstützt haben, bei der Presse, in den Konzerthallen, in unserem Büro.

Ab 28. April 2014 gibt es mich „nur noch“ als Geschäftsführer des Berliner Theaterclub e. V., auch nach wie vor eine große Herausforderung!

Mit freundlichen Grüßen

Otfried Laur

Wir wünschen Otfried Laur alles Gute! Thomas Moser

 

Schlossparktheater Berlin: Zwischen Privatheit und Öffentlichkeit

Mit „Öffentliches Eigentum“ greift das Schlossparktheater Berlin im neuesten Stück ein topaktuelles Thema auf. Wo ist die Grenze zwischen professioneller Presse-Berichterstattung und das Eindringen in die Privatsphäre? Haben öffentliche Personen Anrecht auf Privatheit?

Das englische Theaterstück von Sam Peter Jackson ist ein Stück persönlich geschilderter Zeitgeschichte aus dem Jahr 2009. „Öffentliches Eigentum“ wird als Deutsche Erstaufführung, im ambitionierten Theater von Dieter Hallervorden, auf die Bühne gebracht. Angesiedelt zwischen Boulevard und „Staatstheater“, jeweils im besten Sinne seines Genres, wird Theater auf hohem Niveau mit hintergründiger Unterhaltung gezeigt. Schauspielerisch einzigartig besetzt!

Foto: Promo Schlossparktheater Berlin / DERDEHMEL - Urbschat
Der beliebte Schauspieler und Grimmepreisträger Rainer Hunold, aktuell als „Der Staatsanwalt“ im Fernsehen, spielt brillant und authentisch den bekannten englischen Nachrichtensprecher, dessen aktuelles Buch von der Presse zerrissen wird. Geoffrey Hammond führt eine Scheinehe mit seiner Frau Elaine, hofft auf einen Neuanfang mit seinem Lebenspartner Paul und trifft dann unerwartet auf den 16jährigen Jungen Jamie. Geoffrey wurde von den Pressefotografen mit Jamie erwischt. Arne Gottschling stellt Jamie dar und zeigt mit viel Einfühlungsvermögen und spielerischer Freude Abgründe auf. Die Pressemeute hat ein neues Opfer gefunden. Die schillernde öffentliche Person Geoffrey lebt zwischen Angriff und Zweifel, Wut und Verzagtheit, Überheblichkeit, Würdelosigkeit und Verzweiflung. Unterstützt vom zwielichtigen Pressesprecher Larry, spielerisch gekonnt umgesetzt von dem aus vielen Krimiserien bekannten Ulrich Gebauer, wird der Weg zurück an die Öffentlichkeit gesucht. Der von Reportern verfolgte und gedemütigte Geoffrey zahlt zwangsweise jeden Preis für Larrys nicht ganz uneigennützige Hilfe. Im Programmheft heißt es: „Zwei Männer versuchen verzweifelt, mit PR-Zauberei und Fantasie einen Ausweg zu finden. Ein Prozess, der sich bald durch ein dunkles Geheimnis in einen unerwarteten Machtkampf verwandelt.“

Ulrich Gebauer und Rainer Hunold passen als Darsteller zusammen, wie die Faust aufs Auge. Rainer Hunold über sein wiederholtes Schlosspark Engagement: „Ich spiele in der Stadt, in der es für mich vor vielen, vielen Jahren mit der Schauspielerei erst angefangen hat, und spiele mit Ulrich Gebauer, mit dem ich damals zusammen auf der Schauspielschule war – wenn man von sich schließenden Kreisen reden möchte, wäre das jetzt eine gute Gelegenheit!“

Die erste Hälfte des Stückes ist, trotz eines nicht ganz einfachen Themas, in einer sehr lebendigen Sprache eher locker und unterhaltsam. Es wird viel und herzhaft im Premierenpublikum gelacht. Das Lachen bleibt einem im zweiten Teil im Halse stecken, wenn es tiefgründiger wird. Abgehoben von Plattheiten, werden Menschen in Grenzsituationen geschildert. Hier wird das gesamte Publikum auf einer ehrlichen tiefen Ebene gepackt und zum Nachdenken angeregt. Es geht richtig ans Eingemachte der Gefühle, wenn man sich zwischen berechtigtem öffentlichen Interesse und der Notwendigkeit der Privatsphäre von Personen entscheiden muss.

Das Bühnenbild mit Videounterstützung ist zeitgemäß umgesetzt und wird von Hape Kerkeling, Jan Hofer und Dieter Hallervorden in kleinen grandiosen Einspielern unterstützt.

Ein einzigartiges Theaterstück in einer wundervollen Besetzung, das bei den aktuell anstehenden heiklen Themen vielleicht bei der persönlichen Einordnung helfen kann. Ganz große Unterhaltung! Dem Schlossparktheater Berlin ist mal wieder ein großer Coup geglückt!

Thomas Moser

Deutsche Erstaufführung: 01.03.2014 weitere Vorstellungen: 02.-03.03.14 / 26.-30.03.14 / 14.-18.04.14 / 06.-11.05.14

 

 
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