Peter Kraus rockt das Tempodrom

Die Abschiedstournee von Peter Kraus kann lange dauern. Dies versprach er am Ende seines Konzertes im Berliner Tempodrom. Am 18. Mai feierte er seinen 75jährigen Geburtstag und zeigt auf der Bühne ungebrochen seinen „verruchten“ rollenden Hüftschwung, der zu seinen besten Zeiten die Mädels kreischen ließ. Unendlich begeistert sind noch heute seine meist mit ihm alt gewordenen Fans.

Nach dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ verabschiedet sich (zumindest vorerst) Peter Kraus nach rund 60 Jahren Bühnenleben vom Tourbetrieb. Aber wie er augenzwinkernd betonte, kann so eine Tour lange dauern.


Der schlanke Seniorrocker zeigt es den Jungen, dass Musik fit hält. Auch wenn er nicht mehr jede Turnübung mitmacht, kann er mit Gelenkigkeit, Temperament und Esprit überzeugen.

Eine Superband, mit der er seit 15 Jahren auftritt, verschiedene Bläser und ein kleiner Chor zeigen Live-Rock-Musik vom Feinsten. Außerdem ist die Show so ausgerichtet, dass die Musiker auch ein Stück in den Mittelpunkt kommen, zumal sich so der agile und dynamische Rocker-Rentner auch mal verschnaufen kann. Der Rock ’n Roller Peter präsentiert natürlich auch Schnulzen aus seiner Jugend. Peter Kraus, ausgebildeter Schauspieler, spielte in jungen Jahren in etlichen Schlagerfilmen mit. Als „netter Junge von nebenan“ sang Peter im Duett mit dem weiblichen Teenageridol Conny Froboess. Dieses nachgestellte Duett-Potpourri kam sehr gut bei den Tempodrom-Zuhörern an.

Besonders bei den rockigen Stücken kommt das Publikum in Stimmung. Sein musikalisches Vorbild Elvis Presley wird in einem Medley in Peter-Kraus-Manier bedacht. Auch der damalige Hitstürmer „Wenn Teenager träumen“ ist dabei. Den „Tiger“ interpretiert er in einer bayerischen Schunkelversion und nimmt sich und sein Alter so ein wenig selbst auf die Schippe.

Mit seiner aktuellen CD „Zeitensprung“ hat Peter Kraus mit gecoverten aktuellen Songs im Peter-Kraus-Stil ein beliebtes Rezept aufgegriffen. Die Mischung ist vielfältig und durchaus etwas Besonderes. Von Udo Lindenberg und dem nicht zu reparierenden Herzen, über „Gib mir Sonne“ von Rosenstolz, über „Hamma“ (Culcha Candela), Tim Benzko und Helene Fischer bis zu „Alles nur geklaut“ von den Prinzen: Durch seine eigene Interpretation ist es mehr als nur ein Cover-Album geworden. Die Songs kommen durchaus bei seinem Publikum an.

Wenn dann jedoch „Sugar Baby“ und „Jailhouse-Rock“ erklingt, gehen viele weibliche Fans vor die Bühne, tanzen und flippen fast aus. Am Schluss tanzt oder wippt zumindest das ganze Peter-Kraus-Publikum. Mit der „Schwarzen Rose“ verabschiedet sich der besondere Künstler, der bis ins hohe Alter sein Publikum behalten hat. Peter Kraus überzeugt mit absoluter Qualität und braucht keinen Altersbonus: Ein Rocktitan, der auch Schnulzenliebling war!

Zum Abschluss seiner „Abschlusstournee“ erwartet Peter Kraus am 27. März 2015 noch einmal sein Publikum in Berlin.

Thomas Moser

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